Flaschenpost vs. Durstexpress – welcher Getränkeservice lohnt sich wirklich?

Getränkelieferdienste, die beinahe sofort liefern, sind mehr als praktisch. Zwei Anbieter expandieren in deutschen Großstädten gerade exzessiv um die Wette: Flaschenpost und Durstexpress. Wir haben beide getestet und einen klaren Sieger ermittelt.

Bis vor einiger Zeit war es für so manchen Stadtbewohner nicht ganz einfach, sich mit Getränken zu bevorraten. Mangels Parkplatz in Wohnungsnähe – in Innenstädten eine überaus seltene Spezies – oder Auto – in Innenstädten oft nicht wirtschaftlich – wurde der Kauf von Getränkekisten zu einem mehr oder minder sportlich-unmöglichem Unterfangen. Die Mindestbestellmengen der örtlichen Getränkelieferdienste erforderten entweder die regelmäßige Durchführung feuchtfröhlicher Partys und exzessiver Saufgelage. Zumindest, wenn der überwiegend puristisch lebende Stadtmensch seinen Durst primär mit schnödem Hamburger Wasser aus der Leitung stillt und der Getränkebedarf darüber hinaus schlichtweg haushaltsüblich ist.

Mit Flaschenpost kam die Rettung. Binnen spätestens 2 Stunden nach Online-Bestellung konnten fortan auch Kleinverbraucher in den Genuss des bequemen Lieferservice kommen. Bald darauf folgte mit Durstexpress schließlich der erste Konkurrent mit beinahe identischem Angebot und Versprechen.

Erfahrungsbericht – die Getränkelieferdienste im Vergleich

Dreimal wurde bei Flaschenpost, dreimal bei Durstexpress bestellt.

Bestellung

Die Flaschenpost-Bestellung erfolgte entweder über die Website oder Flaschenpost-App – beide Varianten funktionierten ohne jegliche Probleme. Bei Durstexpress kann nur über die Website geordert werden, die im direkten Vergleich eher benutzerunfreundlich wirkt. Die Bestellbestätigungen versenden beide Lieferdienste per E-Mail.

Sieger: Flaschenpost

Zahlung

Während Flaschenpost u. a. die bequeme Zahlung per Lastschrifteinzug anbietet, sind die getesteten Zahlvarianten von Durstexpress offenbar an diverse Dienstleister (Crefopay und Klarna) outgesourct. Das führt nicht nur zu kundenseitigem Mehraufwand, sondern auch einer Flut an E-Mails.

Sieger: Flaschenpost

Lieferprozess

Nach der Bestellung kann der Lieferstatus bei Flaschenpost verfolgt werden; der Kunde erfährt, wie viele Kunden der Fahrer zuvor noch beliefert. Wer noch kurz zum Briefkasten muss oder fix andere Dinge zu erledigen hat, kann entsprechend planen. Durstexpress-Kunden    

Sieger: Flaschenpost

Pünktlichkeit

Das Versprechen einer Lieferung binnen 120 Minuten ist durchaus sportlich. Flaschenpost schaffte es zweimal ganz komfortabel binnen dieses Zeitfensters zu liefern. Die letztlich rund 20 Minuten verspätete Lieferung wurde rechtzeitig per E-Mail kommuniziert. Durstexpress verspätete sich bei allen drei Bestellungen durchaus reichlich – eine Info dazu blieb aus.

Sieger: Flaschenpost

Fahrer

Zwei von drei Flaschenpost-Fahrern waren sehr nett, einer eher etwas grummelig, aber dennoch nicht wirklich unhöflich. Der Fahrer der ersten Durstexpress-Lieferung war zwar freundlich aber gänzlich unwissend in Sachen Leerguterfassung. Mit viel kundenseitigem Support inkl. Kurzvortrag über den grundsätzlichen Unterschied von Einweg- und Mehrwegpfand gelang es ihm irgendwann, dieses korrekt in das mobile Gerät einzugeben. Aufgrund der sog. kontaktlosen Lieferung ob Corona gab es keinen direkten Kontakt zu den beiden anderen Durstexpress-Lieferanten, von welchen einer leider darauf vergas, das zurückgenommene Leergut zu erfassen.

Sieger: Flaschenpost

Kundenservice/Reklamationen

Bei Flaschenpost klappte bislang alles reibungslos, entsprechend kam es zu keinem direkten Kontakt. Die Reklamation bei Durstexpress, ob der nicht berücksichtigten Pfandrückgabe, verläuft unerfreulich. Zwei E-Mails (binnen 10 Tagen) blieben ohne jegliche Reaktion, die in einem Anruf – 15 Minuten Warteschleife – diesbezüglich zugesicherte Gutschrift wurde bis dato (Tag 5 nach Telefonat) nicht übersandt.

Sieger: k. A.

Preisniveau

Die Preise bewegen sich bei beiden Anbietern etwa auf Getränkemarktniveau. Durstexpress ist geringfügig günstiger als Flaschenpost.

Sieger: Durstexpress

Klarer Gesamtsieger: Flaschenpost! (Foto: Flaschenpost)

Fazit

Möglicherweise zahlt man bei Flaschenpost tatsächlich ein oder zwei Euro je Getränkekiste mehr als bei Durstexpress. Dafür gibt’s allerdings ein benutzerfreundliches Shopsystem, unaufwändige Zahlungsabwicklung und eine ganze Menge Pünktlichkeit. Rechnet man das durch Durstexpress nicht berücksichtigte Pfand gegen, spart man dennoch. Vor allem auch Nerven. Der überlegene Gesamtsieg geht somit an Flaschenpost.