Flaschenpost vs. Durstexpress – welcher Getränkeservice lohnt sich wirklich?

Getränkelieferdienste, die beinahe sofort liefern, sind mehr als praktisch. Zwei Anbieter expandieren in deutschen Großstädten gerade exzessiv um die Wette: Flaschenpost und Durstexpress. Wir haben beide getestet und einen klaren Sieger ermittelt.

Bis vor einiger Zeit war es für so manchen Stadtbewohner nicht ganz einfach, sich mit Getränken zu bevorraten. Mangels Parkplatz in Wohnungsnähe – in Innenstädten eine überaus seltene Spezies – oder Auto – in Innenstädten oft nicht wirtschaftlich – wurde der Kauf von Getränkekisten zu einem mehr oder minder sportlich-unmöglichem Unterfangen. Die Mindestbestellmengen der örtlichen Getränkelieferdienste erforderten entweder die regelmäßige Durchführung feuchtfröhlicher Partys und exzessiver Saufgelage. Zumindest, wenn der überwiegend puristisch lebende Stadtmensch seinen Durst primär mit schnödem Hamburger Wasser aus der Leitung stillt und der Getränkebedarf darüber hinaus schlichtweg haushaltsüblich ist.

Mit Flaschenpost kam die Rettung. Binnen spätestens 2 Stunden nach Online-Bestellung konnten fortan auch Kleinverbraucher in den Genuss des bequemen Lieferservice kommen. Bald darauf folgte mit Durstexpress schließlich der erste Konkurrent mit beinahe identischem Angebot und Versprechen.

Erfahrungsbericht – die Getränkelieferdienste im Vergleich

Dreimal wurde bei Flaschenpost, dreimal bei Durstexpress bestellt.

Bestellung

Die Flaschenpost-Bestellung erfolgte entweder über die Website oder Flaschenpost-App – beide Varianten funktionierten ohne jegliche Probleme. Bei Durstexpress kann nur über die Website geordert werden, die im direkten Vergleich eher benutzerunfreundlich wirkt. Die Bestellbestätigungen versenden beide Lieferdienste per E-Mail.

Sieger: Flaschenpost

Zahlung

Während Flaschenpost u. a. die bequeme Zahlung per Lastschrifteinzug anbietet, sind die getesteten Zahlvarianten von Durstexpress offenbar an diverse Dienstleister (Crefopay und Klarna) outgesourct. Das führt nicht nur zu kundenseitigem Mehraufwand, sondern auch einer Flut an E-Mails.

Sieger: Flaschenpost

Lieferprozess

Nach der Bestellung kann der Lieferstatus bei Flaschenpost verfolgt werden; der Kunde erfährt, wie viele Kunden der Fahrer zuvor noch beliefert. Wer noch kurz zum Briefkasten muss oder fix andere Dinge zu erledigen hat, kann entsprechend planen. Durstexpress-Kunden    

Sieger: Flaschenpost

Pünktlichkeit

Das Versprechen einer Lieferung binnen 120 Minuten ist durchaus sportlich. Flaschenpost schaffte es zweimal ganz komfortabel binnen dieses Zeitfensters zu liefern. Die letztlich rund 20 Minuten verspätete Lieferung wurde rechtzeitig per E-Mail kommuniziert. Durstexpress verspätete sich bei allen drei Bestellungen durchaus reichlich – eine Info dazu blieb aus.

Sieger: Flaschenpost

Fahrer

Zwei von drei Flaschenpost-Fahrern waren sehr nett, einer eher etwas grummelig, aber dennoch nicht wirklich unhöflich. Der Fahrer der ersten Durstexpress-Lieferung war zwar freundlich aber gänzlich unwissend in Sachen Leerguterfassung. Mit viel kundenseitigem Support inkl. Kurzvortrag über den grundsätzlichen Unterschied von Einweg- und Mehrwegpfand gelang es ihm irgendwann, dieses korrekt in das mobile Gerät einzugeben. Aufgrund der sog. kontaktlosen Lieferung ob Corona gab es keinen direkten Kontakt zu den beiden anderen Durstexpress-Lieferanten, von welchen einer leider darauf vergas, das zurückgenommene Leergut zu erfassen.

Sieger: Flaschenpost

Kundenservice/Reklamationen

Bei Flaschenpost klappte bislang alles reibungslos, entsprechend kam es zu keinem direkten Kontakt. Die Reklamation bei Durstexpress, ob der nicht berücksichtigten Pfandrückgabe, verläuft unerfreulich. Zwei E-Mails (binnen 10 Tagen) blieben ohne jegliche Reaktion, die in einem Anruf – 15 Minuten Warteschleife – diesbezüglich zugesicherte Gutschrift wurde bis dato (Tag 5 nach Telefonat) nicht übersandt.

Sieger: k. A.

Preisniveau

Die Preise bewegen sich bei beiden Anbietern etwa auf Getränkemarktniveau. Durstexpress ist geringfügig günstiger als Flaschenpost.

Sieger: Durstexpress

Klarer Gesamtsieger: Flaschenpost! (Foto: Flaschenpost)

Fazit

Möglicherweise zahlt man bei Flaschenpost tatsächlich ein oder zwei Euro je Getränkekiste mehr als bei Durstexpress. Dafür gibt’s allerdings ein benutzerfreundliches Shopsystem, unaufwändige Zahlungsabwicklung und eine ganze Menge Pünktlichkeit. Rechnet man das durch Durstexpress nicht berücksichtigte Pfand gegen, spart man dennoch. Vor allem auch Nerven. Der überlegene Gesamtsieg geht somit an Flaschenpost.    


Keinen Plan. Aber die Haare schön.

Die Reisebranche kämpft in der Krise ums nackte Überleben. Thomas Bareiß, der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, hat hingegen ganz eigene Prioritäten.

Die deutsche Reise- und Tourismusbranche ist massiv von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Unzählige Hotels stehen seit Wochen leer, Reisebusse stehen unbewegt in ihren Garagen, an den Flughäfen herrscht gespenstische Stille. Rund drei Millionen Beschäftigte, beinahe 7 Prozent aller Arbeitsplätze im Land, sind von der sogenannten Krise, die für sie längst zu weit mehr als nur eine solche ist. Unzählige Betriebe und Existenzen sind akut bedroht und man möchte beinahe dankbar sein, dass sich ein Tourismusbeauftragter in den Reihen der Regierung tummelt.

Mit einem Jahresumsatz von 290 Milliarden Euro (2015 – siehe Studie des Wirtschaftsministeriums und des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) „Wirtschaftsfaktor Tourismus in Deutschland“) war die Tourismusbranche bislang überwiegend ein ausgesprochen pflegeleichter Selbstläufer, der die eigenen Interessen stets souverän zu vertreten wusste. Möglicherweise lag es darum im April 2018 nahe, den Posten des Tourismusbeauftragten gefällig zu vergeben. Oder aber, manch einer kennt das aus der freien Wirtschaft, die Position schlicht schadensbegrenzend zu besetzen. Will heißen mit einem Mitarbeiter der Kategorie „zu allem fähig, zu nichts zu gebrauchen“, der nun mal da ist und vielleicht, zu allem Elend, ob langjähriger Betriebszugehörigkeit, traditionell Anspruch auf Beförderung hat.

Kompetenz dürfte neben dem Parteibuch eher keine Rolle bei der Auswahl gespielt haben. Vielleicht aber die Frisur..? Sein eigenes Haupthaar und dessen perfekter Sitz scheint für den aktuellen Tourismusbeauftragten Thomas Bareiß nämlich allerhöchste Priorität zu haben. Aber nun gut, wer ohrenscheinlich gänzlich unfähig ist – selbst beim Ablesen – flüssig zu sprechen, dem gönnte man natürlich gerne die eitle Freude über 80er-Jahre Fönwellen. Wobei, das Sprachfiasko könnte durchaus auch Taktik sein. Wer es schafft, durch konsequent stottriges Genuschel dem eigentlich ganz wunderbaren schwäbischen Dialekt jegliche Sympathien zu verhehlen – und dazu gehört wirklich einiges – dem gelingt es damit selbstredend (sic!) auch, über fehlende Inhalte und mangelnde Kompetenz hinweg zu täuschen. Halbwegs jedenfalls, denn wer wie Bareiß die Baleareninsel Mallorca als „klassisches Urlaubsland“ bezeichnet und über Urlaub „in“ Mallorca schwadroniert, legt bereits damit fatale Bildungslücken an den Tag.   

Es wäre allerdings grob unfair, den Tourismusbeauftragten auf eine potenzielle Sprachbehinderung zu reduzieren, die möglicherweise Substanz vereitelt. Blicken wir also auf die Inhalte des digitalen Treibens – die nur leider der Inkompetenz des Sprachfiasko in nichts nachstehen.

Bei Facebook schreibt Bareiß am 1. Mai nicht nur ausgesprochen holprig, sondern u. a. von „unserer Boing Produktion“, womit er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Flugzeugbauer Boeing meint. Bei dem es sich – und das dürfte selbst den schummrigsten Kerzen auf den Torten dieser Welt bekannt sein – um ein US-amerikanisches Unternehmen handelt, das in den USA produziert, wenngleich, das sei der Vollständigkeit halber angemerkt, die Endmontage teilweise nach China ausgelagert wurde.

Theoretisch ist sich Bareiß der Probleme bewusst. Praktisch scheitert er an nicht nur an Wissensdefiziten, wie die „Boing Produktion“ eindrucksvoll beweist.

Möglicherweise findet sich im Tweet vom 27. März ein Ansatz zur Lösung, in welchem wir erfahren, dass „Telefon und Kaffee“ die wichtigsten Arbeitsmittel des Thomas Bareiß sind. Ich persönlich wäre ja sehr für das „Arbeitsmittel“ Hirn und dessen unbedingte Aktivierung vor jeglichen Aktionen – dann wäre sehr wahrscheinlich auch keine Telefonnummer inkl. Durchwahl aus dem Bundeswirtschaftsministerium veröffentlicht worden – aber ach, was weiß denn ich schon.

Bareißsches Durchwahlwhistleblowing – mittlerweile gelöscht. Und im Screenshot selbstverständlich unkenntlich gemacht.

Ein weiterer Tweet vom 2. Mai, von Bareiß zu nachtschlafender Zeit um 2.21 Uhr abgesetzt, erinnert ein wenig an „SMS von letzter Nacht“. Ein Buch, das sich vor etwa einem Jahrzehnt großer Popularität erfreute, enthielt es doch eine ansehnliche Sammlung recht kurioser SMS, die für zuverlässige Lacher sorgte. Der hochgradig rechtschreibfehlerträchtige Tweet des Tourismusbeauftragten Bareiß dürfte schon allein aufgrund der geltenden Kontaktbeschränkungen jedoch sehr wahrscheinlich nicht während einer alkohollastigen Party entstanden sein, wie so einige der launigen SMS im bezeichneten Buch. Vor allem aber, auch wenn der Beitrag auf Twitter mittlerweile gelöschte wurde, blieb dem geneigten Leser ob der kruden nächtlichen Gedankengänge möglicherweise ohnehin das Lachen im Halse stecken, während der ein oder anderen Lateiner sich wohl unweigerlich an den griechischen Lyriker Alkaios von Lesbos erinnert haben dürfte.

Da war wohl nicht nur die iPhone-Autokorrektur etwas out of order. Mittlerweile gelöscht.

Es ist aber auch ein Dilemma, wenn augenscheinliche Bildungslücken und eine erschreckend desaströse Orthographie jegliche Profilierungsversuche bereits im Ansatz vereiteln. Der gemeine Schwabe würde vermutlich dazu sagen „Höher scheißa wella, als oim dr Arsch gwachsa isch.“

Was also bleibt? Richtig, die Frisur. Und „Zack!“ wird prompt die Gunst der Stunde in Form des niedersächsischen Ministerpräsidenten genutzt, der endlich mal eine passable Vorlage gibt. Selbstverständlich pariert Bareiß mit Bildbeweis.

Man(n) muss einfach Prioritäten setzen.

Auch auf das „nette Portrait“ in der FAZ ist Bareiß mächtig stolz und belegt dieses mit einem weiteren Fotobeweis, der außer dem Konterfei des Tourismusbeauftragten nicht viel bietet.

Große Freude! Ein Portät! Ein Porträt! Und dann noch in der FAZ!

Für Thomas Bareiß ist die schlimmste Phase der Pandemie mittlerweile gottlob überstanden – er war endlich wieder beim Friseur.   

Ohne Worte!

Die Reisebranche hingegen – immerhin rund 11.000 Reisebüros und 3.000 Reiseveranstalter – wartet derweil weiterhin vergeblich und zusehends verzweifelt auf Unterstützung. Doch alle Forderungen nach Hilfe laufen bei Bareiß ebenso konsequent ins Leere, wie die Warnungen vor der akut drohenden Massenarbeitslosigkeit im deutschen Tourismusgewerbe.

Nie war ein Tourismusbeauftragter in Deutschland wichtiger als gerade jetzt – und nie ein Totalausfall offensichtlicher und katastrophaler als Thomas Bareiß in den letzten Wochen. Es ist längst mehr als überfällig, den offenkundig gnadenlos eitlen und maximal selbstverliebten Tourismusbeauftragte durch einen klugen und engagierten Kopf zu ersetzen, dem Selbstdarstellung nicht über die Existenz von tausenden von Menschen geht. Und wer weiß, vielleicht findet sich ja bspw. in der Friseurinnung eine neue adäquate Herausforderung für Bareiß, die seinen tatsächlichen Neigungen und Interessen deutlich besser entspricht.

Corona-Soforthilfe ohne Freibeträge – auf tote Pferd wetten

Die aktuelle Corona-Soforthilfe ist ein Rettungsschirm, der nur die Nassen vor dem Nasswerden schützt. Die Trockenen hingegen lässt er im Regen stehen.

„Wir lassen niemand allein“ skandieren Peter Altmaier und Kollegen, wenn sie sich selbst nicht müde werdend, für das eilig geklöppelte Hilfspaket loben. Die rasche Umsetzung von Hilfsmaßnahmen ist in der Tat lobenswert, täuscht jedoch nicht über desaströse Schwächen hinweg. Gut gemeint ist eben noch lange nicht gut gemacht.

Die Soforthilfe, der vermeintliche Rettungsschirm für Selbstständige, entpuppt sich bei näherer Betrachtung keinesfalls als die propagierte Überlebenshilfe. Vielmehr dürfte sie in den meisten Fällen nicht viel mehr als eine leidensverlängernde Maßnahme nicht tragfähiger Geschäftsmodelle sein. Anspruch auf Soforthilfe im Rahmen des Corona-Hilfspaketes besteht offenbar ausschließlich für prekär Selbstständige.

„Vor Inanspruchnahme der Soforthilfe ist verfügbares liquides Privatvermögen einzusetzen.“   

Selbstständige, die über Rücklagen verfügen, haben keinen Anspruch auf Soforthilfe. Erst wenn das „verfügbare liquide Privatvermögen“ des Selbstständigen vollends erschöpft ist, kann sich auch dieser unter dem Rettungsschirm ein trockenes Plätzchen suchen. Sofern denn dann noch ein solches vorhanden sein sollte.

Die Voraussetzung der Null-Liquidität widerspricht jeglicher wirtschaftlicher Vernunft. Wer verantwortlich selbstständig tätig ist, wessen Geschäftsmodell funktioniert, der bildet selbstverständlich und aus sehr guten Gründen Rücklagen. Nur die Altersvorsorge bei der Überprüfung hinsichtlich eines möglichen Anspruchs auf Soforthilfe außen vor zu lassen greift zu kurz und gefährdet die gesunde Existenz ebenso massiv wie unnötig.  

Nur einige Beispiele, weshalb Selbstständige zwingend über Liquiditätsreserven verfügen müssen:  

  • Beschaffung von Arbeitsmaterialien
  • Ersatzbeschaffung von defekten Arbeitsmitteln
  • Auftragsschwankungen
  • Projektlaufzeiten
  • Zahlungsausfälle
  • Vorleistung/Auslagen
  • Selbstbeteiligung der PKV
  • Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Krankheit

Rein private Risiken, wie beispielsweise die kaputte Waschmaschine oder der defekte Kühlschrank, kommen insbesondere bei Solo-Selbständigen on Top dazu.

Die aktuelle Regelung der Corona-Soforthilfe, die Selbstständigen keinerlei Freibeträge zugesteht, ist grundfalsch und gnadenlos existenzbedrohend. Es dürfte mehr als naiv sein zu glauben, binnen kurzen Zeit nach Beendigung der gegenwärtigen Einschränkungen könne jedweder Geschäftsbetrieb wieder auf Hochtouren laufen. Wenn nun die Soforthilfen ausschließlich an ohnehin klamme Unternehmungen fließen, kommt das dem sprichwörtlichen Reiten des toten Pferdes gleich. Die gegenwärtige Ausarbeitung verlängert einerseits Sterbeprozesse künstlich, während im selben Zuge wirtschaftlich tragfähigen Modelle durch unterlassene Hilfeleistung in einen unrettbaren Zustand gedrängt werden.

Es besteht kein Zweifel daran, dass die Soforthilfe in der durchaus gebotenen Eile zwar gut gemeint, jedoch weder gründlich noch überhaupt zu Ende gedacht wurde. Wer stolz wie Bolle darüber entscheidet, finanzielle Hilfen aus ihm nicht eigenen Geldern auszuschütten, der muss sich klüger und verantwortlicher zeigen. Und umgehend gründlich nachbessern.

Corona – Entschädigung für Selbstständige und Freiberufler

Verdienstausfall aufgrund von Corona? So machen Sie den Anspruch auf Entschädigung für Selbstständige und Freiberufler geltend.

Das Corona-Virus bestimmt gegenwärtig unseren Alltag. Bislang ist weder absehbar, über welchen Zeitraum und in welchem Umfang, geschweige denn welche konkreten Maßnahmen umgesetzt werden, um die Ausbreitung von CoVid-19 zu kontrollieren oder gar zu stoppen. Manche Bemühungen scheinen halbherzig, zu spät und zu kurz gedacht, zu wenig radikal. Zu rigorose Einschränkungen, seien diese auch noch so effizient, verspielen zunächst sicherlich Sympathien. Selbst dann, wenn sie Leben und Existenzen retten.  

Die ökonomischen Auswirkungen durch das Corona-Virus und das damit einhergehend wenig restriktive Krisenmanagement verunsichern zahlreiche Branchen und Unternehmen, gefährden viele von ihnen bereits jetzt massiv. Mittels Kurzarbeit werden manche von ihnen vielleicht überleben können, andere trotz staatlicher Gelder und günstiger KfW-Kredite sicher nicht.

Vor allem für Selbstständige und Freiberufler ist es derzeit immens schwierig. Auf Zeit zu spielen ist für sie beinahe unmöglich, wenn selbst die loyalsten Auftraggeber ob eigener Ungewissheit an der Kostenschraube drehen und auf maximaler Sparflamme kochen. Die Rücklagen für eine vorübergehende Auftragsflaute, Kranktage oder auch nur schnöden Urlaub sind nicht unendlich, sondern im Regelfall begrenzt. Die Situation mancher Freiberufler und Selbstständiger scheint sogar derlei prekär zu sein, als dass keinerlei Bildung von Rückstellungen möglich war.

Der Markt wird sich in den nächsten Tagen und Wochen gnadenlos bereinigen. Während der Teil der Selbstständige und Freiberuflicher mit augenscheinlich nicht tragfähige Geschäftsmodelle mittels ALG2 abgesichert sein dürften – und dies als Chance zur gänzlich neuen Orientierung nutzen kann- hofft der vorsorgende Teil auf ein schnelles Ende des momentanen Ausnahmezustands. Und darauf, selbst von einer Infektion verschont zu bleiben.

Während Angestellte und Arbeitnehmer mittels Lohnfortzahlung und Krankengeld abgesichert sind, erhalten Selbstständige und Freiberufler im Krankheitsfall nur dann Leistungen, wenn diese mittels Krankentagegeldversicherung vorgesorgt haben. Besteht die Annahme, dass eine Infektion mit dem Corona-Virus vorliegen könnte und wird durch das zuständige Gesundheitsamt Quarantäne angeordnet, existiert auch für Selbstständige und Freiberufler ein Entschädigungsanspruch für den erlittenen Verdienstausfall. Relevant ist hierfür ist § 56 IfSG (Infektionsschutzgesetz).

Das Antragprocedere ist immerhin relativ einfach. Der Nachweis der Quarantäne-Anordnung wird mit dem Einkommenssteuerbescheid des vorangegangenen Jahres und einem durchaus konsequenten Anschreiben hinsichtlich der Entschädigungsforderung direkt an das Gesundheitsamt übersandt, das den Vorgang sodann unverzüglich an die zuständige Behörde weiterleitet. Ist die Zuständigkeit bekannt – in Hamburg sind dies bspw. die jeweiligen Bezirksämter – so kann und sollte natürlich direkte Weg genutzt werden. Die Frist für die Beantragung einer Entschädigung beträgt derzeit bundesweit drei Monate.

Segeln mit Alexander Dobrovinsky im Bermudadreieck

Alexander Dobrovinsky ist ein umtriebiger Zeitgenosse. Residierte er 2017 noch im eher regnerischen London, so ist er mittlerweile ins sonnigere Spanien – 28660 Boadilla del Monte, Madrid – übergesiedelt. Vielleicht war es aber nicht das Wetter, sondern der drohende Brexit, der ihn in sein neues Domizil in der Calle Juan Carlos I, 24 umziehen ließ.

Brexit – das hat ja irgendwie etwas von Untergang. Vom Verschwinden. Was also liegt für Alexander Dobrovinsky näher, als sich umfassend mit der Thematik des Untergangs zu befassen. Nicht dem der Briten, sonder mit dem Bermudadreieck.

So plant Alexander Dobrovinsky nunmehr in Madrid Seminare abzuhalten. Zwei umfangreiche Word-Dokumente hat er dazu schon… sagen wir mal: zusammengestellt. Damit möglichst viele seiner Seminarbesucher von all dem partizipieren, möchte er nunmehr die englischen Texte ins Deutsche übersetzen lassen. So fragt er, die Dokumente im Anhang, diverse potentielle Übersetzungsdienstleister mit der Bitte um ein Angebot an. In selbiger Mail sichert er Vorabzahlung zu.

Noch spricht – ohne weiterführende Recherche – nichts konkret gegen ein Angebot. Dann dauert es nicht lange, bis auch schon der Auftrag kommt. In allertiefster Nacht. Um 3.35 Uhr. Direkt von der Segelyacht?

Thanks for your email.
I apologize for my late reply, I was sailing.
I am happy to let you know that I have decided to use your service for the translation of the documents.

Doch halt! Er kann nicht zahlen!

Unfortunately, am unable to make bank transfer to neither him nor you due to my present sailing location.

Aber Alexander Dobrovinsky ist ein Ehrenmann. Natürlich.

I will prepay you directly with a certified bank check but before that…

Alexander Dobrovinsky vertraut vorbehaltlos. Da sein Eventmanager, der das Seminar “The Bermuda & Dragon´s Triangle” in Madrid organisiert, leider keine Schecks akzeptiert, sendet er einen um 5.200 Euro  höher ausgestellten Scheck an den Übersetzungsdienstleister.  

On this note, I have resolved to send you a certified bank check for a total amount of €xxxx.

Alexander Dobrovinsky vertraut darauf, dass der Übersetzungsdienstleister sodann nach Einlösung und Gutschrift des Schecks eine Sofortüberweisung an den Eventmangager vornimmt. Selbstverständlich trägt der Eventorganisationsmanager sämtliche Gebühren und Steuern, resp. können diese in Abzug gebracht werden. Ehrenmann!

On receiving the check, kindly deposit it into your account to clear. When you have the cash money on your account, deduct and keep your fee of €xxxx and send the balance money to the event manager via a swift bank transfer. I will provide you with the manager’s banking details. All taxes, bank charges and commissions will be deducted from his fee before the transfer is made. An invoice from the manager to you is also available if needed for your book-keeping records.

Nice try. Oder auch Überzahlungsbetrug, wie es im Fachjargon heißt. Der Versuch ist definitiv nicht so schlecht umgesetzt, wie man es erwarten könnte. Wenn man nach der Mailadresse des vermeintlichen Alexander Dobrovinksy, konkret nach alexandvinsky1@gmail.com sucht, wird man allerdings fündig, dass eben nicht alles mit rechten und vor allem seriösen Dingen zugeht.

Ein mutmaßlich „geschäftlicher“ Segeltörn mit dem, der sich Alexander Dobrovonskys nennt, führt unweigerlich ins Bermudadreieck. Er ist ein exklusives Abenteuer, das statt in ein Honorar ins ein monetäres Defizit des Auftragnehmers mündet. Denn möglicherweise schreiben Banken und Sparkassen den eingereichten Scheck (vorerst!) gut.. Allerdings ohne diesen zu prüfen. Solch ein Prüfprozess ausländischer Schecks kann durchaus über mehrere Wochen Zeit in Anspruch nehmen. Wer also nach vermeintlicher Wertstellung guter Dinge eine nicht unwesentliche Summe an den vorgeblichen Eventorganisationsmanager überweist, darf dies letztlich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus der eigenen Portokasse tun.

Kostenlos mit Bus und Bahn – ganz schön teuer

Grundsätzlich ist die Idee eine gute. Je mehr Menschen den ÖPNV nutzen, desto weniger Autos tummeln sich auf den Straßen, desto weniger Zeit verbringen wir im Stau, desto sauberer wird die Luft.

Regelrechte Jubelschreie tönten durchs Land, die vor allem von jenen Zeitgenossen stammen dürften, welche Sachverhalte eher nicht bis zum Ende hin denken. Die ohnehin und nur zu gerne mantraartig staatliche Alimentierung einfordern.

Zahlreiche Verkehrsverbünde schrien ebenfalls; diese allerdings laut auf. Denn in keiner größeren Stadt wäre die vorhandene ÖPNV-Infrastruktur dazu in der Lage, einen deutlichen Zuwachs an Fahrgästen – insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten – zu befördern. In vielen Städten, wie beispielsweise in Hamburg, sind zahlreiche Linien trotz enger Taktung längst am Limit. Nur wer beinahe intimen Körperkontakt mit fremden Artgenossen zu seinem Fetisch erklärt, nutzt den ÖPNV unter diesen Umständen tatsächlich gerne. Ein Ausbau für theoretisch  1,8 Millionen Nutzer in Hamburg, resp. mehr als 3,4 Millionen Einwohner im Verbundgebiet des HVV, ist selbst mittelfristig utopisch.

Öffentlicher Personennahverkehr – die neue Solidargemeinschaft

Ungeachtet der Unmöglichkeit der Kapazitäten stellt sich sodann die Frage, wie ein kostenloser ÖPNV finanziert werden soll. Arbeiten sämtliche Beteiligte fortan ehrenamtlich, sponsert Bombardier die Bahnen, MAN die Busse und Brandt die Hamburger Hafenfähren? Natürlich nicht. Vielmehr soll „der Staat“ sämtliche Kosten des Gratis-ÖPNV tragen.

Den ÖPNV, welcher ohnehin hochsubventioniert ist, komplett auf die Schultern aller Steuerzahler zu verteilen, entspricht keinesfalls einer gesunden Solidarität. Eine Finanzierung durch Bundesmittel würde gerade ländliche Regionen, in welchen öffentlicher Personennahverkehr nur sehr begrenzt und eingeschränkt vorhanden ist, vollends benachteiligen. Und die Kommunen? Ächzen ohnehin längst unter ihrer Schuldenlast.

Boris Palmer, grüner Oberbürgermeister in Tübingen, hat unlängst eine Bürgerabgabe ins Finanzierungsrechenspiel geworfen. Für Tübingen (ca. 88.000 Einwohner) würde eine solche in Höhe von 15 Euro/Erwachsener und Monat ausreichen, so Palmer, um die auf 15 Millionen bezifferten Betriebs- und Investitionskosten p. a. nahezu ohne Bundesmittel aufbringen zu können. Inwiefern beim Palmerschen Rechenexempel Leistungsbezieher und Arbeitssuchende -wenn auch die Arbeitslosenquote von 3,0 (Stand Januar 2018) in der Universitätsstadt gering ist – berücksichtigt wurden blieb jedoch offen.  Schwierig würde es so oder so werden, zuerst einmal die Rechengröße von mehr als 83tausend erwachsenen Bürgern zu erreichen.

2 Klassen-Lösung im ÖPNV

Grundsätzliche Attraktivität könnte der ÖPNV, gerade in größeren Städten,  durch Sauberkeit erreichen. Die zusehends verdreckten, geradezu versifften und stinkenden Bahnen und Busse, mit oftmals recht unangenehmem Publikum an Bord, lassen den öffentlichen Nahverkehr zu keiner wirklichen Alternative für Autofahrer werden. Vielleicht wäre sogar die 2 Klassen-Gesellschaft eine mögliche Lösung. Stichwort monetäre Wertschätzung. Die kostenpflichtige und saubere „Business-Class“ für die einen, die gratis „Economy“ für anderen.